Wirtschaft im Visier der Cyberattacken

Die amerikanische Wirtschaft hat Statistiken veröffentlicht, die zeigen, dass sich Cyberattacken mittlerweile gezielt gegen Wirtschaftsunternehmen richten. So berichtet der Konzern IBM, dass täglich 13 Milliarden digitale Attacken gegen Firmen und andere private Nutzer durchgeführt werden. Cisco berichtet, dass im vergangenen Jahr allein in den Vereinigten Staaten von Amerika 11,1 Billionen Spam-E-Mails im Umlauf waren.

(16.05.2011) Der finanzielle Schaden ist immens. Kaspersky schätzt den Schaden, der durch die Cyberattacken jährlich entsteht, auf ca. 100 Milliarden US-Dollar (ca. 70 Milliarden Euro). McAfee, Konkurrent auf dem Antiviren-Markt von Kaspersky, sieht die Realität weit ernster und schätzt die jährlichen Verluste zehn Mal höher. Um sich gegen die zunehmende Bedrohung zu schützen, geben Unternehmen jährlich bereits ca. 28 Milliarden Dollar für digitale Sicherheit aus.

Dadurch, dass sich der Fokus der Cyberattacken mittlerweile noch stärker auf Unternehmen und andere Wirtschaftsträger gerichtet hat, gehört das Bild vom jugendlichen Hacker, der es als Wettbewerb begreift, einen Computervirus erfolgreich einzuschleusen, der Vergangenheit an. Vielmehr habe sich eine Industrie entwickelt, die Attacken gezielt gegen Wirtschaftsunternehmen durchführt. Diese „Industrie“ ist größtenteils in der Hand des organisierten Verbrechens. Die Arbeit der Angreifer funktioniert überaus erfolgreich. Der letzte „Security Intelligence Report“ von Microsoft deckte auf, dass mittlerweile neun von 1000 Rechnern weltweit mit Computerviren infiziert sind. Überraschung: Einer der sichersten Staaten ist demnach China mit nur drei von 1000 infizierten Computern.

Verbreitungsort der Malware werden vermehrt die Social Networks. Die Zahl der sogenannten Phishing-Attacken, die über sozialen Netzwerke durchgeführt wurden, stieg im zweiten Halbjahr 2010 um 918 Prozent an. 85 Prozent aller Versuche, Menschen auf gefälschte Internetseiten zu locken, um dort Passwörter und Bankendaten auszuspähen, kommen von „Freunden“ von Facebook und Twitter.
 

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