Wegen Stuxnet: Iran attackiert Siemens
Der Iran beschuldigt den Siemens-Konzern, am Angriff des Stuxnet-Virus auf das Land beteiligt gewesen zu sein. Nach Ansicht des Iran ist die Schadsoftware auf Anweisung der amerikanischen und israelischen Regierung entwickelt worden, konnte aber nur mithilfe der deutschen Firma solch verheerenden Schaden anrichten.
(17.04.2011) Der Computervirus Stuxnet attackierte im September 2010 einige Atomanlagen des Iran. Das Kraftwerk in Bushehr ist bis heute nicht wieder ans Netz gegangen, obwohl die Führung des Landes beteuert, man habe die Schadsoftware beseitigt. Der Computervirus drang in die Überwachungseinheit von Automatisierungsprozessen ein und legte von dort das gesamte befallene System lahm. Die entsprechende Einheit der iranischen Atomanlagen stammt aus dem Hause Siemens.
Aus diesem Grund beschuldigen persische Sicherheitskräfte das deutsche Unternehmen, an der Cyberattacke beteiligt gewesen zu sein. „Der Siemens-Konzern muss erklären, wie und warum er dem Feind die Informationen über seine Scada-Software [die befallene Software der Atomanlagen, Anm. d. Autor] zukommen ließ“, erklärt Militärkommandeur Gholamreza Jalali der Zeitung "Kayhan".
Die entsprechende Software wird nicht nur in der Energieerzeugung eingesetzt, sondern findet auch in der Lebensmittel- und Chemieindustrie überall auf der Welt Verwendung. Siemens wollte die Vorwürfe aus dem Iran nicht kommentieren. Der Iran wird vom Westen verdächtigt, unter dem Deckmantel der Energieerzeugung an einer Atombombe zu bauen. Die Anlage in Bushehr gilt als einer der möglichen Orte.
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