Stuxnet zur Sabotage entwickelt

Wie die neuesten Untersuchungen des auf Internetsicherheit spezialisierten Unternehmens Symantec ergeben haben, soll der Computervirus Stuxnet ausschließlich zur gezielten Sabotage von Irans Atomanlagen entwickelt worden sein.

(17.11.2010) Im vergangenen Sommer kursierten bereits verschiedene Meldungen über Zwischenfälle im Ablauf von Institutionen des iranischen Nuklearprogramms. Während die westlichen Analytiker frühzeitig von möglichen Verzögerungen sprachen, bestätigte die Regierung in Teheran die Virenattacke erst Ende September, spielte deren Bedeutung allerdings herunter.

Berichten der Nachrichtenagentur Reuters vom Dienstag zufolge, seien die Sicherheitsexperten von Symantec auf einen Mechanismus in Stuxnet aufmerksam geworden, der zur gezielten Manipulation bestimmter Antriebsmotoren der im Iran verwendeten Uran-Zentrifugen, die zur Anreicherung von nuklearem Brennstoff verwendet werden, eingesetzt wurde. Die Malware sei in der Lage, die Steuerungssoftware der Motoren, die ebenfalls die Rotationsfrequenzen der Zentrifugen festlegt, zu manipulieren und infolgedessen das ganzheitliche System zur Urananreicherung zu sabotieren.

Nach aktuellem Erkenntnisstand attackiert Stuxnet dabei ausschließlich die Anlagenkomponenten, die mit Frequenzen von 807 bis 1210 Hertz arbeiten. Höchstgeschwindigkeiten, die lediglich bei speziellen Anwendungen wie beispielsweise den Gaszentrifugen einer Urananreicherungsanlage zum Einsatz kommen. Daher sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Entwicklung des Computervirus von einem privaten Auftraggeber angestoßen worden sei, nahezu auszuschließen. Nur staatliche Institutionen verfügten über das nötige Wissen, Personal und Kapital einen derart gezielten Angriff durchzuführen. Als Hauptverdächtige gelten insbesondere die westlichen Geheimdienste sowie Israel, das die nukleare Macht im Iran fürchtet.

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