Stuxnet-Virus gefährlicher
Neuesten Erkenntnissen zufolge ist der in der vergangenen Woche vom Iran bestätigte Angriff einer Urananreicherungsanlage mit dem Stuxnet-Virus gefährlicher als zunächst angenommen. Dies wurde jetzt während einer Senatsanhörung in Washington laut, in der darauf hingewiesen wurde, dass der komplexe Code des Virus nicht nur in Steuerungsanlagen der Industrie eindringen und diese manipulieren, sondern ebenso unbemerkt wichtige Daten stehlen könne.
(27.11.2010) Die Auswirkungen möglicher Angriffe überstiegen alles, „was wir in der Vergangenheit gesehen haben“, so der Direktor des Symantec Global Intelligence Network, Dean Turner. Weiterhin unbekannt ist der Urheber von Stuxnet, jedoch verhärtet sich der Verdacht, dass die Angriffe vor allem gegen iranische Atomanlagen gerichtet waren. Von insgesamt 44.000 Infektionen bis Anfang November entfielen nach Angaben Turners lediglich 1.600 auf die USA, 60 Prozent allerdings auf den Iran, sein Atomkraftwerk Buschehr sowie mehrere Computer der Angestellten.
Der Direktor des Zentrums für Internetsicherheit des US-Heimatschutzministeriums, Sean McGurk, warnte zugleich vor der Veröffentlichung detaillierter Informationen, da diese genutzt werden könnten, um Abwandlungen für andere Industrieanlagen zu entwickeln. Stuxnet sei speziell für Steuerungsanlagen mit Windows-Betriebssystem sowie einem Kontrollsystem von Siemens programmiert worden, das sowohl in der Automobilherstellung als auch Chemikalienproduktion eingesetzt wird. Hinzukäme die wachsende Gefahr der Effizienz steigernden Vereinheitlichung von Netzwerken und Computersystemen, die für eine zukünftige Gewährleistung der Sicherheit von Industrieanlagen eine Ausweitung der Regierungsbefugnisse unabdingbar mache. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll bereits im Januar vorgelegt werden.
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