Stuxnet bedroht chinesische Industrie
Chinesische Medien berichten von einer Epidemie des Stuxnet-Wurms, der binnen weniger Tage Millionen von PCs und geschätzte 1000 Industrieanlagen befallen haben soll. Die chinesische Regierung will nun prüfen, inwiefern Siemens eine Mitschuld an den Infektionen der von Siemens gebauten Industrieanlagen trägt. Weitere Aufträge sollen von den Ergebnissen abhängig gemacht werden.
(04.10.2010) Gemäß der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wird als Ausgangspunkt ein amerikanischer Server verdächtigt. Eine Infektion per Netzwerk über eine in der Regel inaktive Schwachstelle des Windows Druckerspooler kann bezweifelt werden. Denkbar wäre eine Ausbreitung per USB-Stick, was aber im Widerspruch zur auf wenige Tage festgelegten Ausbreitungsdauer stünde. Im Bereich des Möglichen wäre zudem, dass sich der Wurm auf eine bislang noch unentdeckte Methode verbreitet hat. Dennoch sollte eine gesunde Skepsis an den Tag gelegt werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass die unter staatlicher Kontrolle stehenden Medien übertriebene Zahlen veröffentlichen, um den Westen zu diffamieren. Der Stuxnet-Wurm hat seit seinem Auftauchen keine größere Rolle in China gespielt, weshalb der Wahrheitsgehalt der chinesischen Berichterstattung bezweifelt werden kann.
Die indirekte Beschuldigung, die Siemens-Anlagen könnten zur Ausbreitung beigetragen haben, ist insofern kaum glaubwürdig, da der Stuxnet-Wurm Windows-Schwachstellen nutzt für die Siemens keine Verantwortung trägt.
Aktuelle Computerviren-News


