Stuxnet effektiver als Militärschlag

Wie der deutsche Sicherheitsexperte Ralph Langer jetzt in einem Interview mit „The Jerusalem Post“ erklärte, soll der Stuxnet-Angriff auf die Urananreicherungsanlagen in Bushehr und Natanz das iranische Atomprogramm um zwei Jahre zurückgeworfen haben.

(27.12.2010) Die Cyber-Sabotage sei „beinahe so effektiv wie ein Militärschlag gewesen“ und besonders vom militärischen Standpunkt aus betrachtet, ein großer Erfolg. Zumal der Angriff weder einen Krieg noch den Verlust von Menschenleben zur Folge hatte.

Während der iranische Präsident Ahmadinejad von nur kleinen Schäden spricht, die Stuxnet beim Atomprogramm verursacht haben soll, ist im Interview mit Langer vom „fortschrittlichsten und aggressivsten Computerschädling“ die Rede. Die infizierten Systeme müssten aufgrund weitreichender Schäden komplett ausgetauscht werden. „Allein um die Systeme wieder in Betrieb nehmen zu können und den Virus zu beseitigen, wird es viel Zeit beanspruchen“, so der Sicherheitsexperte. Darüber hinaus müssten viele Geräte ersetzt, die manipulierten Zentrifugen in Natanz repariert und die Turbinen in Bushehr möglicherweise vollständig erneuert werden.

Die Analyse des 15.000 Zeilen umfassenden Stuxnet-Codes hat ergeben, dass der Virus keinesfalls von nur einem Hacker programmiert worden sein kann. Die Entwicklung eines derart fortschrittlichen Computerschädlings dürfte nach Ansichten Langers Jahre gedauert haben und nur in Zusammenarbeit mehrerer Staaten möglich gewesen sein.

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