Smartphone-Viren Japan fokussiert
Immer mehr Smartphones auf der ganzen Welt haben mit einem Virenbefall zu kämpfen. In diesem Jahr wurden erstmals auch in Japan weitreichende Attacken vermeldet. Der erste Angriff auf eines der klugen Telefone sei demnach bereits im Februar registriert worden, berichten die asiatischen Behörden.
(24.05.2011) Einfallspunkt für die Malware war eine Applikation, in der Frauen gezeigt wird, wie sie Krafttraining korrekt ausüben. Die fragliche App ist als sogenannte „Schwarz-Markt-Anwendung“ bekannt, so die japanischen Behörden. Dies bedeutet, sie ist kostenlos auf den App-Börsen zu beziehen, es ist unklar, wer sie programmiert hat und wie die Anwendung auf die Verteilungsbörsen gelangte. Die befallene App wurde immer beliebter, weshalb bereits im März eine große Anzahl von Smartphones von der Schadsoftware infiziert war.
Der in Japan aufgetretene Virus übernimmt die Kontrolle über das Smartphone, führt eigenständig Anrufe durch und versendet Emails an alle hinterlegten Kontaktdaten. In diesen Nachrichten empfiehlt der Virus im Namen des Smartphone-Besitzers den Empfängern, eine befallene Applikation herunterzuladen. Auf diese Weise greift die Schadsoftware immer weiter um sich.
Insbesondere das offene Betriebssystem Android, das von Google bereitgestellt wird, bietet offenbar reichlich Angriffsfläche für Viren. Im letzten Jahr haben die Attacken auf Android-Smartphones laut einer jüngsten Studie um 400 Prozent zugenommen. Experten malen ein düsteres Zukunftsbild. Mittlerweile gebe es mehrere Hundert Millionen Smartphones im Umlauf, nur ein geringer Prozentsatz sei bisher befallen, aber nur ein Bruchteil der Benutzer habe einen Antiviren-Schutz. Deshalb werde das Problem noch weiter schlimmer werden, bevor in das Bewusstsein der Menschen dringe, dass sie auch für ihr Smartphone eine Antiviren-Software benötigen.
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