Schweiz sperrt Webseiten

Vor vier Monaten kündigte die Schweizer Stiftung und Verwaltung der .ch-Domains, Switch, ihr stärkeres Vorgehen gegen die Internetkriminalität an und lässt jetzt mit einer Sperrung aller Schadsoftware verbreitenden Webseiten erste Taten folgen. Darüber hinaus ergaben die Untersuchungen der Sicherheitsabteilung, dass sich vor allem die Nutzer von Apple-Computern häufig in falscher Sicherheit wiegen, denn „PCs sind sicherer als Macs“, so der Leiter der Switch-Sicherheitsabteilung, Serge Droz.

(29.11.2010) Zwar seien mit Windows betriebene PCs immer noch am meisten verbreitet und somit auch das häufigste Ziel von Virenangriffen, die Popularität von Apple-Produkten wie dem iPhone nehme allerdings rasant zu. Während Microsoft aus vergangenen Angriffen lerne und mit Windows 7 ein sicherheitstechnisch gutes System entwickelt habe, fehlt es Apple auf diesem Gebiet an Erfahrung. Daher ist der verbreitete Glaube, Mac-Nutzer seien weitestgehend vor Viren und Trojanern geschützt, schlichtweg falsch, denn sämtliche internetfähige Computer sind dem Risiko einer Vireninfektion ausgesetzt. Dazu gehören sowohl Windows- als auch Mac-PCs sowie Smartphones wie das iPhone oder Blackberry.

Besonders die Infektionen mit Schadsoftware durch das Aufrufen einer Internetseite haben nach Angaben der Switch-Stiftung stark zugenommen. Die sogenannten Drive-by-Infektionen würden auch von Mac-Nutzern unbemerkt bleiben, erklärte der Sicherheitsexperte Renato Ettisberger anhand eines exemplarischen iPhone-Hacks.

Seit Donnerstag nimmt Switch daher alle Schweizer Webseiten, die Malware verbreiten und die PCs von Internetnutzern infizieren, umgehend vom Netz. „Wir erhalten pro Woche über hundert Hinweise auf Websites, die andere Computer mit Schadsoftware anstecken“, erklärte Sicherheitsabteilungsleiter Droz. Dabei bliebe der Missbrauch von Internetseiten durch Cyberkriminelle vom eigentlichen Betreiber nicht selten unbemerkt. Vor der Sperrung einer Domain nehme die Stiftung daher zunächst Kontakt zu diesem und dem zugehörigen Provider auf, mit der Aufforderung die betroffene Seite innerhalb eines Tages von jeglicher Schadsoftware zu bereinigen.

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