MSN Untersuchungen gegen Hacker
Nachdem eine Vielzahl von Nutzern des beliebten Instant Messengers MSN über fremde Zugriffe und verschickten schädlichen Nachrichten ohne eigenes Zutun geklagt hatten, leitet MSN China nun eine umfangreiche und tief greifende Untersuchung von Nutzerkonten des Messengers ein. MSN China fungiert dabei sowohl als Betreiber vom Messenger, als auch vom verknüpften Dienst Hotmail, über den unter anderem kostenlose E-Mail-Adressen beantragt werden können.
(04.12.2011) Vor allem in China mussten zahlreiche Nutzer des Messengers in den letzten Wochen vermehrt Betrugsfälle bei MSN selber oder externen Firmen für Computersicherheit anzeigen. Die noch unbekannten Hacker, welche sich wahrscheinlich über einen Virus oder Trojaner Zugriff auf die Rechner der Nutzer, oder im schlimmsten Fall gar auf einen Server von MSN, verschafften, imitierten Dabei die betroffene Person und suchten gezielt den Dialog mit seinen Kontakten. So wurden von den Hackern, die von Rising Co., einer Sicherheitsfirma spezialisiert auf derartige Schadensfälle, als höchstwahrscheinlich durchstrukturierte und professionelle Organisation bezeichnet wurden, Viren und Trojaner verschickt, als auch unrechtmäßig finanzielle Dienstleistungen in Anspruch genommen. Eine der geschädigten Nutzer berichtet dabei von einem Fall, bei dem ein MSN Kontakt und Freund von ihr aufgefordert wurde, mehrere Telefonkarten im Wert von umgerechnet rund 118 Euro zu kaufen, unter dem Vorbehalt dieses Geld am nächsten Tag persönlich zurückzuzahlen. Als die benötigten Freischaltcodes übermittelt wurden, ging der Hacker mit dem gestohlenen Nutzerkonto wieder offline.
Auch sollen die Hacker höchst systematisch und intelligent gegen ihre Opfer vorgehen, sodass beispielsweise sogar vorherige Konversationen gelesen und für den anschließenden Betrug mitgenutzt wurden. So konnten unter falschen Vorwänden schädliche Dateien auf zahlreiche Kontakte aus der Liste des übernommenen Nutzerkontos übertragen werden, was wiederum, sofern die Nutzer diese verseuchten Dateien öffneten, in der Verbreitung des Virus resultierte. MSN China bemüht sich nun die Ursache für die Übergriffe zu finden und empfiehlt den Nutzern bis dahin, die eigene Sicherheit zu erhöhen und von einer Synchronisation des Kontos mit dem eigenen Handy Gebrauch zu machen.
Aktuelle Computerviren-News


