Kanada: Computervirus über das Telefon

In Kanada versuchen Betrüger, ihre Opfer direkt über das Telefon dazu zu animieren, sich kostenpflichtige, aber nutzlose Software aus dem Internet herunterzuladen, um damit einer angeblichen Computervirus-Attacke zu begegnen. Dies berichtet das Canadian Anti Fraud Centre (CAFC – Kanadisches Antibetrugscenter).

(30.05.2011) So würde auf einmal das Telefon klingeln, schildert ein Opfer den Tathergang beim CAFC, die Nummer sei jedoch unterdrückt. Wenn man abhebe, melde sich ein Mann mit starkem Akzent, der erkläre, er arbeite für „Windows“. Häufig nennen die Betrüger auch Microsoft, Jars Support oder Online PC Care als Arbeitgeber, ergänzt das CAFC.

Der Anrufer erklärt dem Opfer, dieser habe ernsthafte Computerprobleme. Ein Computervirus sei auf dem Rechner gefunden worden, der immensen Schaden anrichten könne. Der Anrufer werde dem Opfer gerne helfen, das Problem zu lösen. Er leite es am Telefon durch die Reparatur. Ein Teil der Lösung dieses „Computerproblems“ ist das kostenpflichtige Herunterladen einer Software, die allerdings keinerlei Effekt hat. Dieses „hilfreiche“ Programm wird mit Kreditkarte bezahlt. Die Belastung erfolgt sofort.

Dieses Problem existiere in Kanada bereits sei März 2010, berichtet das CAFC, sei jedoch für eine Weile eingeschlafen, aber im Februar dieses Jahres wieder aufgetreten. Seitdem sei die Anzahl der betrügerischen Anrufe explodiert. Das Antibetrugscenter rät dazu, sofort aufzulegen, keinesfalls irgendeiner der Anweisungen des vermeintlichen Helfers zu folgen und den Vorfall zur Anzeige zu bringen. Verschiedenen Opfern sei es außerdem gelungen, ergänzt das CAFC, die Anrufer durch gezielte Fragen derart aus dem Konzept zu bringen, dass diese selbst das Gespräch mit einem Mal beendet hätten.

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