Stars: Iran erneut angegriffen
Die iranische Regierung ist von dem Computervirus Stars angegriffen worden. Dies berichtet die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf die Zivilverteidigungsbehörde des Landes. Die Attacke habe nur geringe Schäden verursacht, erklärt Gholamresa Dschalili in seiner Funktion als Leiter der Einheit der iranischen Streitkräfte zur Bekämpfung von Sabotage.
(28.04.2011) Man habe bereits bestimmte Charakteristika der Schadsoftware identifiziert, erläutert Dschalili: „Unter anderem, dass es zum angegriffenen System kompatibel ist.“ Der Virus richte zu Beginn nur geringe Schäden an und könne mit einer ausführbaren Regierungsdatei verwechselt werden. Über das Ziel der Attacke erteilte Dschalili keine Auskunft. Im Herbst 2010 wurde das Land schon einmal Opfer einer Cyberattacke. Das Virus Stuxnet attackierte das iranische Atomprogramm. Die Regierung in Teheran beschuldigt die USA und Israel, die Schadsoftware entwickelt zu haben.
Der erneute Angriff sorgt deshalb für Konflikte innerhalb der iranischen Regierung. Dschalili wirft seinem Außenministerium vor, sich zu wenig um die Abwehr von Cyberattacken zu kümmern und diese bereits auf diplomatischer Ebene zu verhindern. Stuxnet sei, entgegen der offiziellen Sprachregelung der Regierung, noch immer eine potenzielle Bedrohung, so Dschalili, und ein mahnendes Beispiel dafür, dass man auf allen Ebenen mehr Anstrengungen gegen die Cyberattacken unternehmen müsse.
Der Westen vermutet, dass die erneute Bekanntgabe eines Virenangriffs ein Versuch des Irans darstellt, die Cyberattacken auf die Agenda der Verhandlungen über das eigene Atomprogramm zu setzen.
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