Gaddafi-Leiche tarnt Computervirus

Die britische IT-Sicherheitsfirma Sophos hat vor einem neuen Computervirus gewarnt, der per Email verschickt wird und gezielt Windows-Betriebssysteme angreift. Demnach handelt es sich bei der gefährlichen Post um eine E-Mail, die angeblich von der Nachrichtenagentur AFP versandt wird und besonders blutige Fotos der Leiche des kürzlichen getöteten libyschen Diktators Muammar Al-Gaddafi verspricht. Die genannte französisch-amerikanische Agentur veröffentlichte tatsächlich als erstes Medienunternehmen Bilder der Leiche des ehemaligen Machthabers. Allerdings verkaufte sie diese an das Fernsehen und verschiedene Zeitungen.

(31.10.2011) Graham Cluley, der als Experte der Sicherheitsfirma Sophos die Malware entdeckte, warnt insbesondere User vor Windows-Betriebssystemen davor, den Anhang der E-Mail zu öffnen oder auf den beigefügten Link im Text der elektronischen Post zu klicken, denn der Schädling attackiere gezielt die Microsoft-Betriebssysteme.

Nachahmer des "Bin Laden-Computervirus"
Neu ist die Strategie, Computer über das Versprechen besonders blutiger Fotos bekannter Persönlichkeiten infizieren zu lassen, nicht. Bereits nach der Tötung Osama bin Ladens durch die USA kursierten zahlreiche E-Mails im Netz, die versprachen, Bilder der Leiche zu zeigen. Der Strategie war damals jedoch wenig Erfolg beschieden, da die USA sehr deutlich machten, dass keine entsprechenden Fotos veröffentlicht wurden. Ob dem Nachfolger mehr "Erfolg" beschieden sein wird, bleibt abzuwarten. Es gibt ein großes öffentliches Interesse an den Todesumständen Gaddafis, da im Internet Videos und Bilder kursieren sollen, die zeigen, dass der frühere Diktator nicht im Gefecht getötet, sondern gezielt exekutiert wurde. Umso wichtiger ist es, mit den E-Mails, die angeblich solche Fotos versprechen, angemessen umzugehen und sie sofort zu löschen.

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