FBI übernimmt von Virus befallene PCs
Das FBI (Bundeskriminalamt der USA, Anm. d. Autoren) hat in einer bis dato einmaligen Aktion die Kontrolle über zwei Millionen Computer übernommen, die von einem Virus infiziert sind. Bei der entsprechenden Schadsoftware handelt es sich um das Botnet Coreflood-Programm. Dieses treibt seit mehr als zehn Jahren sein Unwesen und hat Passwörter und Kreditkartennummern ausspioniert. Die Schöpfer des Virus sollen auf diese Weise 100 Millionen Dollar verdient haben.
(02.05.2011) Die FBI-Ermittler haben in einem einmaligen Schritt die Kontrolle über den Virus kurzerhand selbst übernommen. Dies gelang mithilfe einer einstweiligen Verfügung, die es den Behörden gestattet, auf infizierte Computer selbst zu zugreifen. Ziel sei es, so beteuert das FBI, das Virus stillzulegen und es den Besitzern der betroffenen Rechner so zu ermöglichen, ihre Computer von der Schadsoftware zu reinigen.
Unter Sicherheitsexperten und Datenschützer sorgt dieser Schritt für heiße Diskussionen. Computerschäden durch das Eingreifen der Behörden befürchten einige Sicherheitsexperten, den Missbrauch des Virus als staatliche Spionagesoftware die Datenschützer. Das FBI beteuert dagegen, die Behörde werde keinesfalls Daten auslesen. Außerdem wolle man mit den Internet-Providern zusammenarbeiten, um die Identität der Besitzer der betroffenen Computer herauszufinden. Diese sollen über die Gefahr in Kenntnis gesetzt werden und die Chance erhalten, ihren Rechner eigenständig vom Virus zu säubern.
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