Erpresser Computervirus treibt Unwesen
Eine neue Schadsoftware treibt im Internet ihr Unwesen und erpresst von Computer-Nutzern 100 Euro. Andernfalls, so die Drohung des Computervirus, werde die eigene Festplatte innerhalb von 24 Stunden zerstört. Die neue Malware hat die Behörden aufgeschreckt, benutzt diese doch die Logos von Bundeskriminalamt (BKA) und Bundespolizei (BPol), um der eigenen Drohung Nachdruck zu verleihen.
(04.04.2011) Bei den infizierten Rechnern öffnet sich ein bildschirmfüllendes Pop-up-Fenster. In diesem ist zu lesen, der eigene Computer sei an der Verteilung von Kinderpornografie oder Terroristenmails beteiligt gewesen. In der Folge werde er gesperrt. Der Nutzer habe 24 Stunden Zeit, eine „Strafe“ in Höhe von 100 Euro zu bezahlen und so den Rechner zu entsperren, andernfalls werde die Festplatte vernichtet. Die Strafe sei mittels des digitalen Bezahldienstes „uKash“ zu entrichten.
Der Computervirus lädt sich nach Informationen der Behörden beim Surfen im Internet automatisch beim Besuch infizierter Websites herunter. Dabei setzt er neben den Logos der Behörden auch auf die Markenzeichen bekannter Hersteller von Antiviren-Programmen. Außerdem untermauert das Pop-up seine Behauptung mit Angaben über den infizierten Computer, wie Betriebssystem, verwendete IP-Adresse oder Provider. Der Virus verhindert jeglichen Systemzugriff. Die Schadsoftware verankert sich an mehr als 30 Stellen der Registry und unterbindet Versuche der User, das Problem mit Hilfe von Registry Tools oder dem Taskmanager zu beheben.
Derzeit werde mit Hochdruck an einer Empfehlung gearbeitet, wie man die Schadsoftware wieder löschen könne, versichert das BKA. Vorsorglich sollten die Nutzer von infizierten Rechnern unbedingt alle Antiviren-Programme auf dem neuesten Stand halten. Erste Antiviren-Firmen raten dazu, das System neu aufzusetzen.
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