Computervirus statt Job
Eine Frau aus Memmingen wurde Opfer eines besonders dreisten Betrugs. Die 47-Jährige entdeckte in einer Zeitung ein Stellenangebot. Der Inserat warb mit einer Tätigkeit im Heimarbeitsbereich. Als einzige Kontaktmöglichkeit gab der mysteriöse Arbeitgeber eine E-Mail-Adresse an.
(08.04.2011) Die Frau verfasste hoffnungsvoll ihre Bewerbung und sandte diese in elektronischer Form an die angegebene E-Mail-Adresse. Der Betrug nahm seinen Lauf. Kurze Zeit, nachdem die Dame aus Memmingen ihre Bewerbung abgesetzt hatte, kam die Antwort. Die Frau erhielt keinen Job, sondern die Nachricht, dass ihr Computer mit einem Virus infiziert sei. Der unbekannter Verfasser der elektronischen Post enthüllte im Anschluss an diese Nachricht seine wahren Absichten: Glücklicherweise verfüge er über ein kostenpflichtiges Antiviren-Programm, so der Inhalt der Mail, dass die Frau sehr gerne gegen das entsprechende Entgelt erwerben könne.
Die 47-Jährige ging nicht auf das Angebot ein, sondern wandte sich stattdessen an die Polizei. Außerdem zog sie einen Fachmann zurate, der ihren PC untersuchte. Das Ergebnis: Der Computer der Frau war tatsächlich mit einem Virus infiziert, der unter Kostenaufwand entfernt werden musste. Die Polizeiinspektion aus Memmingen nahm wegen des Verdachts auf Computersabotage die Ermittlungen gegen einen unbekannten Täter auf.
Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass es weitere geschädigte Personen gibt. Die geschaltete Zeitungsanzeige mache diesen Verdacht wahrscheinlich, so die Polizei. Betroffen könnten auch Einwohner aus Österreich sein, da das bayrische Memmingen nahe an der Grenze zum Nachbarland liegt.
Neu ist diese Betrugsmasche nicht. Bereits im Jahr 2009 trat ein ähnliches Phänomen in den USA auf. Hacker hatten eine Malware entwickelt, die einen Computer gezielt auf einen Twitteraccount hin ausspähen konnte. Wenn dieser Account vorhanden war, verschaffte sich der Virus Zugang und verbreitete mithilfe des Internetdienstes, der Twitterer biete Jobs beim Suchmaschinenriesen Google ein. Natürlich handelte es sich um gefälschte Offerten. Die Interessenten sollten keine Arbeit antreten, sondern ein „Set für Heimarbeit“ kaufen.
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