Viren: Drei deutsche Einheiten schützen

Die Bundesrepublik Deutschland verlässt sich im Kampf gegen die Bedrohungen aus dem Internet nicht nur auf die Dienste des kürzlich eröffneten Cyber-Abwehr-Zentrums. Um das Land vor Angriffen von Hackern und Viren zu schützen, ist auch ein „Nationaler Cyber-Sicherheitsrat“ gegründet worden. Außerdem ist eine spezielle „Taskforce zur IT-Sicherheit“ im Bundeswirtschaftsministerium tätig.

(20.06.2011) Das Cyber-Abwehr-Zentrum ist dabei keine schnelle Eingrifftruppe bei Angriffen, erklärt Cornelia Rogall-Grothe, die IT-Beauftragte der Bundesregierung. Vielmehr diene es als Informations- und Kooperationsplattform. Man wolle Attacken analysieren und die Motivlage der Täter erforschen. Schnelle Gegenmaßnahmen bei einem Angriff würden durch den „Nationalen Cyber-Sicherheitsrat“ koordiniert. In diesem Gremium sind Vertreter des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, sowie des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und des Verfassungsschutzes vereint. Die Taskforce im Bundeswirtschaftsministerium unterstützt dagegen kleine und mittlere Unternehmen dabei, sich vor Virenattacken zu schützen.

Die deutschen Bemühungen um Schutz rufen nicht nur Beifall hervor. Der IT-Sicherheitsexperte Ralph Langner, dem es im vergangenen Jahr gelang, den mysteriösen Stuxnet-Virus zu entschlüsseln, bezeichnet das Vorgehen als „lachhaft“. Die eingesetzten Mittel reichten längst nicht aus. Die einzige Weltmacht im Cyber-Sektor sei die USA. Es folgten China und Russland. Trotz dieser harschen Kritik scheint das deutsche Vorgehen Vorbildcharakter zu haben. So diskutiert auch Österreich über die Einrichtung einer „Cyber-Warfare-Einheit“.

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