Computerviren auf dem Mac?

Aktuell mehren sich Meldungen über Attacken auf Mac-Rechner. Die Apple-Gemeinde wiegelt ab und gibt sich überzeugt, dass ihre Plattform weiterhin von Angriffen verschont bleibt. Vorbei die Zeiten, als man für einen Mac keine Antivirensoftware benötigte oder alles nur Panikmache? CRN.de befragte hierzu Marco Preuß, Head of the Global Research and Analysis Team bei Kaspersky Labs.

(21.07.2011) Laut Preuß sei der Marktanteil an Macintosh-Rechnern seit 2006 kontinuierlich gewachsen. Befeuert werde die größere Verbreitung von Macs zudem durch die Popularität von iPods, iPhones und Apple als Lifestyle-Marke. Der Marktanteil werde langsam interessant für Cyberkriminelle, so Preuß. Vor allem in letzter Zeit kam es zu einem Anstieg von Rogueware für Apple Computer. Bei Rogueware handele es sich um betrügerische Software, die vorgibt, angebliche Sicherheitsprobleme zu beheben. Sie verbreite sich mittels des typischen Szenarios: Beim Besuch einer Internetseite erscheint eine Warnung, der Computer sei infiziert und der User wird aufgefordert, eine Antiviren-Software zu installieren. Folgt der Besucher dieser Anweisung, fängt er sich ein Programm ein, welches fortan sensible Daten ausspäht.

Laut Preuß gibt es mehrere Merkmale, die darauf hindeuten, dass Macs zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Neben der Zunahme von Rogueware für Apple-Computer tauchen auch die ersten Baukästen auf, mit denen sich jeder Laie einen Computervirus für den Mac zusammenbauen kann. Preuß schätzt dies als Zeichen für die „Reife“ des Marktes für Mac-Malware ein. Tatsache sei auch, dass bereits 2009 ein Botnetz von rund 20.000 Desktop-Macs in Erscheinung getreten ist. Das Gefahrenpotenzial für Mac-User werde enorm steigen, da ist sich Preuß sicher.
 

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