Computerviren als Waffen der USA
Das US-Militär darf im Konfliktfall gezielt Computerviren als Waffen einsetzen. Eine entsprechende Direktive unterzeichnete jüngst US-Präsident Barack Obama. Mit dem Papier, dessen Details das Pentagon noch im Juli bekannt geben möchte, wird genau geregelt, wann und in welchem Umfang Schadsoftware eingesetzt werden kann, um einen Gegner zu schwächen. Außerdem regelt die Direktive, vor welchen Vireneinsätzen sich die US-Militärs erst die Genehmigung von Obama einholen müssen.
(01.07.2011) Der mögliche Einsatz von Computerviren sei vor allem dazu gedacht, so berichtet das weiße Haus, die Infrastruktur des Gegners zu schwächen. So solle die Schadsoftware im Einsatzfall vor allem die Stromnetze fremder Länder lahmlegen. Ab jetzt müsse man deshalb niemanden mehr bombardieren, jubelt James Lewis. Der Cyber-Sicherheitsexperte arbeitet am Zentrum für Strategische und internationale Studien und ist außerdem als Berater für das weiße Haus tätig.
Welchen Stellenwert diese neue Methode der Kriegsführung für die USA besitzt, zeigt der Umstand, dass die neue Direktive strukturell den Papieren gleicht, die den Einsatz der amerikanischen Atombomben regeln. Die Vorbereitungen auf den möglichen Vireneinsatz haben bereist begonnen. So haben die USA einen passiven Programmcode entwickelt, der keinerlei Schaden anrichtet. Wenn die Militärs diesen in ein fremdes System einschleusen, übermittelt er jedoch, welchen Weg er im System nimmt und an welchen Stellen Sicherheitsvorkehrungen bestehen. Mit diesen Informationen will das Pentagon den gezielten Einsatz der Viren vorbereiten.
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