China bestätigt seine Cyber-Krieger
Die chinesische Armeeführung hat erstmals eingeräumt, über eine spezielle Abteilung von Elite-Hackern zu verfügen, deren Sinn es sei, das Land und insbesondere die Armee vor allen Angriffen aus dem Internet zu schützen. Diese „blaue Armee“ habe sich in einem kürzlichen Test herausragend geschlagen, berichten die Militärs des Reichs der Mitte.
(27.05.2011) So habe man ein Szenario durchgeführt, in dem die 30 Mann starke Truppe von einer viermal so großen Streitmacht mit Viren, Trojanern und Spammails attackiert worden sei. Die „blaue Armee“ habe hervorragend reagiert und jeden einzelnen dieser Angriffe zurückgeschlagen. Die Frage, die sich der Westen nach der Enthüllung stellt, richtet sich allerdings nicht nach der Schlagkraft der chinesischen Truppe, sondern nach deren Einsatzparametern.
In den letzten Jahren sind immer wieder westliche Regierungsbehörden und Wirtschaftsunternehmen Opfer von Virenattacken geworden, deren Ursprung sich zweifelsfrei nach China zurückverfolgen ließ. Der Westen unterstellt deshalb schon seit geraumer Zeit, die asiatische Supermacht verfüge über Spezialisten, deren Aufgabe es sei, den Westen mithilfe des Internets auszuspionieren.
China bestreitet diesen Vorwurf vehement. Die „blaue Armee“ sei eine Truppe, die einzig der Selbstverteidigung diene, beharrt die Militärführung. Denn ihr Land sei schließlich selbst schon oft genug aus dem Internet attackiert worden, fügen die Soldaten an. Die „blaue Armee“ ist in Guangdong stationiert. Allein der Bau des Trainingszentrums soll mehrere Millionen Euro gekostet haben. Mit den Planungen habe man bereits vor zehn Jahren begonnen, so die chinesische Militärführung.
Die Zweifel daran, dass diese Truppe nur auf Selbstverteidigung ausgerichtet ist, dürften bleiben. Beim nächsten namhaften Angriff aus China auf den Westen werden die Vorwürfe lauter als jemals zuvor werden.
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