BSI kritisiert Notfallpläne
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat im Rahmen des alljährlichen deutschen IT-Sicherheitskongresses in Bonn eine neue Strategie im Kampf gegen Computerviren und sonstige Bedrohungen aus dem Netz vorgestellt.
(13.05.2011) BSI-Präsident Michael Hange rügte dabei die Branche, die in Rekordbeteiligung zum Kongress nach Bonn gekommen war, in harschen Worten. Ihre Notfallpläne seien „realitätsfern“. Anschließend skizzierte der 60-Jährige die alltäglichen Bedrohungen. So würden täglich 20.000 neue Internetseiten von Computerviren infiziert, sekündlich gelange eine neue Schadsoftware in Umlauf.
Das BSI hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, „dem Angreifer immer einen Schritt voraus zu sein“, so Hange. Dafür werde man einheitliche Mindeststandards für die Branche erarbeiten. Man sei offen für Vorschläge aus dem IT-Sektor. Diese könne die Branche in den kommenden zwei Monaten auf der Internetpräsenz einreichen, verspricht der Präsident.
Sein Sprecher Matthias Gärtner mahnt zugleich, technische Innovationen allein könnten die immensen Sicherheitsprobleme jedoch nicht lösen. „Sicherheit ist immer eine Kombination aus Technik und Verhalten“, führt der BSI-Mann aus und weist auf schlecht gewählte Passwörter oder PIN Codes, die Menschen hin.
Die Bundesregierung wolle den Kampf gegen die Bedrohungen aus dem Netz in Zukunft noch intensiver führen, fügt Cornelia Rogall-Grothe, IT-Beauftragte der deutschen Regierung, an. Internetkriminalität dürfe man nicht „auf die leichte Schulter“ nehmen. „Cyber-Angriffe auf kritische Infrastruktureinrichtungen bereiten uns zunehmend Sorgen“, erläutert die Staatssekretärin. Deshalb habe man das Cyber-Abwehrzentrum des Bundes gegründet. Dieses nahm vor einigen Wochen seine Arbeit auf und operiert unter dem Dach des BSI.
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