BRD: Cyber-Abwehrzentrum umgestalten

Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik möchte den Aufgabenbereich des nationalen Cyber-Abwehrzentrums umgestalten. Künftig sollen die Experten vor Ort nicht mehr nur auf Attacken reagieren können, so die Vorstellung des Thinktanks, sondern auch agieren. Konkret bedeutet dies, Deutschland rüstet das Zentrum mit den Fähigkeiten aus, um im Cyberkrieg gezielt mit Computerviren und anderen Schädlingen die Feinde der Bundesrepublik zu bekämpfen.

Idee über die Planungsphase offenbar bereits hinaus
Diese Idee ist über die bloße Planungsphase offenbar bereits hinaus. Wie die "Neue Rheinische Zeitung" berichtet, kooperiert die Bundesakademie für Sicherheitspolitik diesbezüglich bereits mit der Telekom-Tochter T-Systems. Der Firma fällt in der Bundesrepublik oft die Aufgabe zu, sicherheitspolitische Entscheidungen im virtuellen Raum auch praktisch umzusetzen. So arbeitet T-Systems derzeit beispielsweise an einer gemeinsamen Sicherheitsrahmenarchitektur für Armee, Polizei und Geheimdienste, welche es den deutschen Behörden ermöglichen soll, im Bedarfsfall koordiniert vorzugehen. Für die Bundeswehr entwickelt T-Systems demnach auch spezielle Waffensysteme mit erhöhter Treffergenauigkeit sowie neue Kommunikationsformen, um die Truppen besser koordinieren zu können. Die Telekom-Tochter ist also bereits eng mit den staatlichen Behörden vernetzt und kennt die Anforderungen.

Das nationale Cyber-Abwehrzentrum

Das deutsche Cyber-Abwehrzentrum ist eine Einrichtung, die im Wesentlichen vom BKA und dem BND getragen wird. Bislang handelt es sich bei der Einrichtung um ein Analyse-Labor. Das bedeutet, die Experten vor Ort reagieren nicht direkt auf Angriffe, sondern werten diese aus und entwickeln Methoden, wie sich Einrichtungen künftig gegen solche Attacken schützen können. Die Forderung, die Einrichtung  umzugestalten, lehnte die Bundesregierung mit dem Hinweis ab, Deutschland sei ein friedliches Land, welches sich nur verteidigen können wolle. Doch offenbar gibt es Überlegungen, an dieser Ausrichtung zu ändern. Die offizielle Präsentation der Ideen der Bundesakademie für Sicherheitspolitik soll am 7. und 8. Mai dieses Jahres erfolgen: Dann lädt die Einrichtung zu einer Konferenz über die Rolle des nationalen Cyber-Abwehrzentrums und dessen Perspektiven ein.
 

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